New Zealand - Gronau, only one way please...

Samstag, 28.01.2012

Harter Fußboden, unfreundliches Wachpersonal, 3 Stunden Schlaf vor mir...

...irgendwas hab' ich falsch gemacht...

Richtig, ich habe den Rückweg angetreten - wenn das mal kein Fehler war!

Rückblende:

Wenn ich jetzt anfange vom wärmsten Weihnachten und wärmsten Neujahr meines Lebens zu erzählen, dann wäre das irgendwie nichts Besonderes, weil auch Deutschland seinen Hitzerekord gebrochen hat. Gut, 20°C mehr waren hier dann doch drin Zwinkernd

Weihnachten auf der Farm in Neuseeland, das heißt "Leise rieselt der Schnee", nur ohne Schnee. Und leise ist es vor allem an Heiligabend auch nicht wirklich. Denn anders als Deutschland feiert man hier (wie in den meisten anderen Ländern ja auch) erst am 25.12. Weihnachten. Was macht man dann an Heiligabend? Richtig, saufen...

Ganz Hobbiton versammelte sich also im Dorfpub und ging richtig ab - wenn das mal kein Kontrastprogramm zu Deutschland ist! Und der Grund, warum am Weihnachtstag dann wirklich alle mehr oder weniger besinnlich waren, war wohl eher der Hangover, den das ganze Land hatte...

Weihnachten auf der Farm in Neuseeland, das heißt außerdem "O Tannenbaum", nur ohne Tannenbaum. Stattdessen hatten wir auf der Farm eine Palme stehen. Das nenne ich kreativ! Wunderschön geschmückt, mit Goldkugeln und Stern auf der Spitze. Einziger Nachteil: Es war nur ein Ast der Palme, der natürlich oben etwas nach unten durchhing. Folge war, dass der Stern, der sonst ganz oben prangt, etwas trostlos auf halber Höhe hing. Und statt Kindern, die es kaum abwarten können die Geschenke aufzureißen, gab es dieses Jahr die Farmhunde, die morgens spontan mal alle Geschenke von "unterm Baum" nach draußen getragen haben und sie dort fein säuberlich ausgepackt haben. Ohne ein einziges zu beschädigen! Waren wohl einfach nur neugierig. Zwinkernd

Sie hat nicht ausgepackt, sie wurde eingepackt!

Am 2. Weihnachtstag ging es dann zurück in die große weite Welt, unter Leute. Während ich morgens noch im Paradies aufgewacht bin und kein Zeichen von Zivilisation zu sehen war, hatte die Natur nach 3:30 Stunden Flug ein rasches Ende: Sydney stand auf dem Flugplan. Und weil man ab und zu einfach mal ein bisschen Glück braucht, hat mich Air New Zealand freundlicherweise direkt neben einen freundlichen jungen Mann gesetzt, der zufällig eine Wohnung in Sydney hat und mich spontan zu seiner Silvesterparty eingeladen hat. Soweit so gut. Dazu kommt aber, dass ich die liebe Caro, mit der ich erst mal 3 Nächte im Xanten-Revival-Hostel mit Blick aufs Operahouse gewohnt habe, sowie Nina und Annika mitbringen durfte.

Darling Harbour, Feuerwerk 1

Und zwar in den 14. Stock eines 14-stöckigen Hochhauses. Kein Haus mehr davor. Perfekte Sicht auf Operahouse, Harbourbridge und Skyline von Syndey - der absolute Traum an Silvester! Wie gesagt, durch reinen Zufall... So lässt es sich auf jeden Fall leben! Und abgesehen davon, hatte die Party noch ihren speziellen Reiz, aber das würde zu sehr ins Detail gehen Zwinkernd

Bunt, laut, gigantisch: Silvester in Sydney!

Mit besserem Blick, besserem Feuerwerk, besserem Wetter und besserer Stadt kann man wohl nicht ins neue Jahr kommen! Da hat sich der Flug auf jeden Fall gelohnt! Zudem kamen tolle Tage am Strand und eine echt schöne Stadt. Sydney ist auf jeden Fall ein Highlight wenn man hier unten ist! Danke an die Mädels für die super Unterkunft übrigens! Lächelnd

3.1.2012 - Flug nach Christchurch. Um Mitternacht angekommen, um 7:00 Uhr weitergefahren. Zu sehen gibt es sowieso nichts und Erdbeben hatte ich ja in Wellington schon. Von der Mitte der Südinsel musste ich dann also meinen Weg zum oberen Teil der Nordinsel machen. Auch wenn ich mir dafür eine gute Woche Zeit gelassen habe, um Erlebnisse wie Whale-Watching (60% der Leute auf dem Schiff haben sich übergeben, zumindest wurde der Sperm-Whale gesehen! Namenserklärungen sind gerne willkommen!), den ein oder anderen Nationalpark, ein weiteres Mal Wellington, Taupo und Gisborne mitzunehmen. Und dort schlug der Zufall erneut zu: Statt einer 2 Kilometer Wanderung samt heftig schwerem Gepäck zum Hostel, wurde ich nach nur 200 Metern von einer netten jungen Frau angesprochen, ob sie mich kurz hinfahren sollte. Und das ohne Daumen raushalten! Angekommen am Hostel, wurde mir dann auch noch angeboten mit zum Strandhaus zu kommen und da zu übernachten. Wo zu allem Überfluss noch ihre beiden Freundinnen wohnten - Wiiiie im Film!! Zwinkernd

Und statt den Abend einsam im Hostel zu verbringen, wohnte ich jetzt in einer WG, 10 Meter vom Strand. Und was macht man mit dem restlichen Abend? Klar, man nutzt ihn zum Surfen! Denn dafür ist Gisborne bekannt, surfen und Sonnenaufgang genießen. Und so machte Jannis in diesem Paradies für Surfer seine ersten Versuche auf dem Brett...

...Und scheiterte kläglich...

Zumindest beim Aufstehen. Der Rest klappte perfekt! Und wer will schon im Stehen die Wellen erleben..? Zwinkernd

Viel wichtiger war mir der nächste Morgen: Freitag, der 13.! Und voller Stolz kann ich behaupten, dass ich der Erste war, der die Sonne am Freitag, den 13. gesehen hat! Wodurch ich jegliches Pech abgewendet habe Zwinkernd Denn Gisborne ist einer der Orte auf der Welt, an denen man morgens als erster Mensch die Sonne genießen kann. So hieß es um 5:28 Uhr den Wecker stellen, Augen aufmachen, Kopf nach rechts drehen...

Und einen absolut roten Himmel genießen. Bin schnell aufgestanden und bin runter zum Strand gerannt, wo ich absolut alleine war. Es gibt wohl wenig beeindruckendere Momente, als die Sonne zu sehen, wie sie ganz plötzlich am Horizont über der Meeresoberfläche auftaucht. Ein Traum!

Guten Morgen Sonne!:)

Freitag, der 13. kann kommen!

Zwei Morgen durfte ich dieses Schauspiel erleben, dann ging es für mich zurück in meine Gastfamilie. Dort habe ich weitere 7 sehr luxuriöse Tage verbracht. Endlich wieder ein großes Bett, ein eigenes Zimmer, ein eigenes Bad mit toller Dusche und ein riesen Fernseher mit Sky - herrlich! Zudem 3 tolle Mahlzeiten am Tag, statt Backpackerfraß... 

Doch nach dieser schönen Zeit hieß es zum ersten Mal Abschied nehmen, nämlich von meiner Gastfamilie und meinem Zuhause für eine ganz schön lange Zeit. Für 2 Nächte ging es dann noch zurück zur Farm, um bei einer Party dabei zu sein und auch dort Tschüss sagen zu können. 5 Tage verblieben, die ich zum Teil auf Waiheke Island verbracht habe, einer wunderschönen Insel in der Nähe von Auckland. Inklusive Seestern Rettungsaktion, nachdem die Ebbe ihnen das Wasser geklaut hatte. Jeden Tag eine gute Tat! Zwinkernd

 Seestern Rettung!

Und natürlich hieß es auch von Auckland Abschied nehmen. Das ist jetzt erst ein paar Stunden her. Denn in Auckland begann mein Marathon in die Heimat:

Frei nach dem Motto "Heute Auckland, morgen Sydney, übermorgen Frankfurt" jette ich ein Bisschen durch die Weltgeschichte. 

Station 1: Auckland: Schweren Herzens Tschüss sagen...

Station 2: Christchurch: Nach 2 Stunden Flug sehr leckeren Burger gegessen und dabei ein Bisschen vor mich hin vibriert, das ist aber in Christchurch genauso normal wie ein Flughafen ohne bequeme Bänke... Um 4:00 Uhr, also in 3 Stunden, heißt es einchecken für den nächsten Flug nach...

Station 3: Sydney: Um 8:30 Uhr Ortszeit komme ich an, 6 Stunden Aufenthalt müssen gefeiert werden. Also werde ich schnell den Zug in die City nehmen und mit Annika der fleißigen Nina einen Besuch bei der Arbeit abstatten, um dort lecker zu Frühstücken. Luxus-Stop-Over nenne ich das! Um 16:55 Uhr geht es weiter nach...

Station 4: Singapur: Alle raus, Flugzeug tanken, aufräumen, alle wieder rein... Halt, Stopp! Garantiert mit dem bis dahin zehnten Drogentest für mich - wie sollte es anders sein..?

Station 5: Frankfurt: Um 5:20 Uhr werde ich dann das erste Mal wieder deutschen Boden unter den Füßen haben - gibt es eine bessere Zeit dafür? Wohl kaum...

Ich weiß nicht genau was das soll, aber laut Internet empfängt mich Deutschland mit dem ersten richtigen Kälteeinbruch diesen Winter. Sehr nett, da komme ich gerne wieder! Ich gebe die Hoffnung allerdings noch nicht auf, dass sich das Neuseelandwetter spontan entscheidet, mit mir nach Deutschland zu fliegen Lächelnd

Also Deutschland, ich steige in T-Shirt, kurzer Hose und Flip-Flops aus dem Flugzeug, enttäusch mich nicht!

29.1.2012 - das war's... 6 Monate anderes Ende der Welt, tolle Leute, tolle Orte, tolle Erfahrungen... Schön war's! Lächelnd

Und trotzdem ist es ein schönes Gefühl zu wissen, dass man nach Hause kommt!

Danke an alle, die ab und zu mal mitgelesen haben und bis ganz bald! Lächelnd

Ein letztes Mal:

Gute Nacht aus Neuseeland!

 Sonnenaufgang in Gisborne

Jannis Lächelnd


Hohoho - Ein sonniger Weihnachtsgruß vom anderen Ende der Welt!

Samstag, 24.12.2011

Man muss schon mindestens zwei Mal aufs Datum gucken, um sicher zu gehen, dass die Anzeige kein Scherz ist. Wie kann es denn Weihnachten sein, wenn man T-Shirt und kurze Hose trägt, wenn es draußen 26°C ist und es zu heiß ist, um sich länger als ein paar Minuten in der Sonne aufzuhalten..? Irgendwas stimmt da nicht. Aber dann denke ich an die Bilder, die ich seit Wochen in Facebook von Leuten sehe, die Weihnachtsplätzchen backen, Glühwein trinken, den Weihnachtsmarkt genießen und sich permanent über das Wetter in Deutschland aufregen. Sei es jetzt zu kalt für die armen frierenden Mädchen, oder zu warm für weiße Weihnacht. Die Anzeige vom Datum scheint bei mir jedenfalls doch kein Scherz zu sein...

Seit gestern bin ich wieder auf der Farm, wo ich beim letzten Blogeintrag auch schon war. Schockierend, dass ich seit dem nichts mehr geschrieben habe! So viel, wie ich seit dem erleben durfte, hätte es wohl mehrere Einträge verdient gehabt. Aber dazu fehlte zum einen die Zeit, zum anderen oft auch die nötige Internetverbindung. 

Seit Mitte Oktober ist viel passiert... Rugby-Finale, Schulwochen voller Events, Geburtstag am Ende der Welt, ein letzter Schultag und vor allem ein Aufbruch in meine vierwöchige Rundreise durch Neuseeland. Zeit also für einen kurzen Rückblick:

Irgendwo im Nirgendwo

Da ist sie schon vorbei, die letzte Schulwoche hier in Neuseeland. Irgendwie scheint das normal für letzte Schulwochen zu sein, dass sie schnell umgehen. Ich hatte das Vergnügen dieses Jahr also sogar zwei Mal! Kann wohl auch nicht jeder sagen, dass man am Anfang des Jahres noch den Countdown als Schüler miterlebt und am Ende des Jahres als (voll ausgebildeter und mit jahrelanger Erfahrung unterrichtender) Lehrer erneut die letzten Schultage erlebt und versucht zu genießt!

Mittwoch - noch 3 Tage:

Hey! Schon wieder kein Unterricht! Etwas komplett Neues im neuseeländischen Schulsystem! Es sind noch 3 Wochen bis zu den Sommerferien (Sommerferien in Neuseeland = 6 Ferienwochen über Weihnachten und Neujahr, Unterricht erst wieder im Februar). Normalerweise also die heiße Phase, bevor die Noten feststehen für die Zeugnisse. Nicht so in Neuseeland! Vor zwei Wochen hatten wir Sponsorenlauf, bei dem 12 Stunden durchgehend gerannt wurde und $46.000 erlaufen wurden. Letzte Woche hatten wir 2 Tage Sportfest, bei dem ich spontan zum Schlussläufer der Lehrerstaffel befördert wurde. Aber es ist immer noch nicht genug Unterricht ausgefallen, darum war heute Wandertag! Der gefühlt 100ste seit ich hier bin. Ich war unterwegs mit einer Klasse im Wasserfreizeitpark - ein Traum! Zunächst eine sehr coole Kajaktour, mit Fangen spielen in den Booten, danach ging es auf die riesige Kajakrutsche, mit der man in seinem Boot ins Wasser stürzt. Das Highlight war aber der Blob! Eins der vielen Dinge die bei Galileo jede zweite Woche getestet werden. Ein riesiges Luftkissen, an dessen Ende man sich hinsetzt und wartet, bis der nächste aus einiger Höhe auf das andere Ende springt. Dadurch wird man hochkatapultiert und landet im Wasser. Je nachdem wie schwer der/die Springer ist/sind, fliegt man da verdammt hoch. Das Auftreffen ins Wasser fühlt sich fast an wie Beton, am Tag vorher hat sich jemand den Fuß dabei gebrochen. Aber das Gefühl ist unglaublich!

Donnerstag - noch 2 Tage:

Geburtstag haben im November? Das heißt Nebel, Regen und Temperaturen die zur Winterjacke einladen. Nicht so in Neuseeland! Was für ein perfekter Geburtstag! Angefangen beim Wetter, das nicht besser hätte sein können. Strahlender Sonnenschein, 25°C und absolutes Sommerfeeling! Was könnte da besser sein, als den Geburtstag spontan von 24 Stunden, auf ganze 36 Stunden zu verlängern? Denn dieses Jahr fing er ja 12 Stunden früher an. Unzählige liebe Geburtstagskarten mit Schokolade als Geschenke von den Schülern, sowie ganze viele Geburtstagslieder auf mehr oder weniger deutsch - ein Traum für jeden wannabe Lehrer! Abends ging es mit der Gastfamilie ins Restaurant, wo plötzlich Musik und Licht ausgefallen ist und die freundlich lächelnde thailändische Bedienung mit einem riesigen Geburtstagskuchen und 19 brennenden Kerzen darauf reinkam. Unauffälliger ging es natürlich nicht, was zur Folge hatte, dass das gesamte Restaurant angefangen hat zu singen. Das muss man mal erlebt haben! Das Highlight des Tages kam allerdings noch, da als größtes Geschenk die Premiere meines Lieblingsfilms genau auf meinen Geburtstag fiel! Und so bin ich mit 7 netten Kolleginnen der Schule in die erste Vorstellung vom neuen Edward und Jacob Blockbuster gegangen. Und wie kann man bitte einen perfekten Geburtstag besser beenden, als mit unzähligen "Ohh, ich bin Jacob und ich ziehe mir jetzt mal spontan mein T-Shirt aus, damit alle 13-jährigen Mädchen auch bloß in den Film gehen"-Szenen, oder zu sehen wie Edward das Bett kaputt macht. Bilanz des Abends: Kino ausverkauft, 500 verkaufte Tickets, 495 Frauen (die neben mir war sichtlich überrascht neben mir zu sitzen und meinte erst mal, dass sie nicht damit gerechnet hätte, neben einem Mann zu sitzen) und ein toller Abschluss vom Geburtstag!

Freitag - noch 1 Tag:

Es hieß "Goodbye" sagen zu der tollen Schule, den tollen Lehrern und den tollen Schülern! Ist mir wirklich schwer gefallen, so sehr hatte ich mich in den letzten Monaten hier eingelebt! Von den super Musik-, Deutsch-, und Französischstunden, die ich gegeben habe, bis zu den vielen Fahrten und Events mit der Schule, das war wirklich eine tolle Zeit! Wäre gerne noch geblieben! Und was gibt es schöneres als Beweis, dass man gemocht wurde, als unzählige Schülerinnen die geweint haben und wollten, dass ich doch bitte noch bleibe. Wenn man sich da mal nicht toll fühlt! Zwinkernd Mit einer sehr netten schriftlichen Bescheinigung vom Schulleiter, ganz vielen tollen Erinnerungen und Erfahrungen, sowie mit unbestreitbarem leichtem Abschiedsschmerz ging es also dann nach dem letzten Klingeln und ganzen vielen Goodbye-Hugs nach Hause... Ein letztes Mal...

Aber das war ja erst der Anfang! Denn während ich der Schule und Tauranga schweren Herzens den Rücken kehren musste, durfte der Rucksack gepackt werden in ein neues Abenteuer! Zwar muss ich dafür meiner Gastfamilie, dem ohne Zweifel tollen Haus, mit eigenem Zimmer, riesigem Bett (jaa, mit beheizbarer Matratze, die aber seit Wochen schon nicht mehr gebraucht wird), eigenem Bad und super Dusche, sowie 3 Mahlzeiten am Tag, riesigem Fernseher mit Sky und wunderbarer Aussicht ebenfalls "I'll be back" sagen, da ich am Ende meiner Reise nochmal kurz zurück komme, aber das nehme ich gerne ich kauf. Denn seit dem 18.11. wurde rumgereist! Die letzte Folge "Who wants to be a millionaire", die ich bei meiner Gastfamilie sehen konnte, hatte übrigens diese Frage: 

Failed! $125.000 wären uns sicher!

Es ging um $125.000, sie hat 50:50 benutzt und trotzdem Tilde genommen - bitter! Zwinkernd

4 Wochen Neuseeland standen zu diesem Zeitpunkt also vor mir, in denen ich die schönsten Plätze und nette Leute kennenlernen durfte!

Samstags ging es los nach Auckland. Bin spontan mit meinem Privatjet rüber geflogen. Damit meine ich meine schnuckelige 18-Personen-Maschine, mit der ich ja schon angekommen war. Und ich konnte mein Glück kaum fassen: Mein Sitz war dieses Mal direkt hinter dem Cockpit! Und da dieses Cockpit keine Tür hat, fühlte ich mich quasi wie der dritte Pilot. Ich hätte jeden Knopf drücken können, einfach mal ein bisschen mehr Gas geben können, oder den netten Fluglotsen im Tower durch das Funkgerät grüßen können. Hatte selten in meinem Leben so einen interessanten Flug! Der Blick beim Anfliegen der Landebahn durch das Cockpit Fenster hat was!

Nach einem Wochenende in der Metropole von Neuseeland, ging es zunächst in den hohen Norden von Neuseeland. Das obere Ende der Welt. Da, wo zwei Ozeane aufeinander treffen. Ein tolles Gefühl und wunderschöne Landschaft ist das! Die ersten Hostels und netten Leute mit langen Nächten an der Bar lagen da schon hinter mir.

Und auch etwas anderes habe ich dort erlebt...

Das was man hier nämlich lernt, ist spontan zu sein. Und so habe ich mich spontan dazu entschieden mich einfach mal aus einem Flugzeug zu stürzen...

Sky-Diving, an einem der schönsten Plätze der Welt dafür: The Bay of Islands. Unzählige kleine Inseln mitten im Meer. Und so ging es los. Das Flugzeug war nicht viel kleiner als das, mit dem ich nach Auckland geflogen war. Das Erschreckende: Auch die Flughöhe war die Gleiche. Hätte ich am Samstag im Flugzeug darüber nachgedacht, dass ich jemals aus dieser Höhe aus dem Flugzeug springen würde, hätte ich mich selber ausgelacht. Auch beim Starten am Mittwoch war das alles extrem unwirklich. Der Blick aus dem Flugzeug war toll. Wären wir normal gelandet, wäre das ein super Rundflug geworden!

Flughöhe erreicht... Die Tür geht auf... Es wird unglaublich laut... Und windig... Ich robbe zur Tür... Und gucke aus 5.000 Meter Höhe auf die Erde... Es sieht eher aus wie eine Landkarte... Ich stelle mich auf den Flügel... Alle Stimmen im Kopf schreien gleichzeitig, dass du gerade einen ganz großen Fehler machst indem du deine Füße aus dem fliegenden Flugzeug hältst... Ein letzter Gruß in die Kamera... Und ein entscheidender kleiner Schritt, bevor es überging in den freien Fall. Knapp eine Minute lang das wohl verrückteste Gefühl meines Lebens. Man fühlt sich, als könne man fliegen. Man liegt auf einem riesigen Luftkissen, so als würde man sich bei 300 km/h auf ein Autodach stellen. Mit dem Unterschied, dass die Erde ziemlich schnell auf einen zugerast kommt. Der Fallschirm geht auf, ab jetzt wird die Aussicht genossen. Ich durfte sogar lenken und einige Drehungen machen - nichts für schwache Mägen! Nach der Landung fühlt man sich einfach unglaublich. 110% Adrenalin im Blut und das große Verlangen, direkt wieder ins Flugzeug zu steigen und erneut rauszuspringen. Der Wahnsinn!

Ahhhhhhhh!

Also die dringende Empfehlung an jeden: Auf jeden Fall etwas, was man mindestens ein Mal im Leben gemacht haben muss! ..Wahrscheinlich ist man aber nach einem Mal schon so süchtig, dass es nicht bei einem Sprung bleibt Zwinkernd

Weiter ging es, unter anderem habe ich noch Sand-Surfing gemacht, bei dem man mit einem Surfbrett eine riiiesige Sanddüne runter rast. Beim ersten Blick viel zu hoch, viel zu steil und vor allem viel zu sandig. Aber nach dem unglaublich anstrengenden Aufstieg in der Hitze, wollte man es natürlich auch erleben. Und so ging es mit dem Kopf voran in die Tiefe. Eine falsche Bewegung und man würde aus voller Geschwindigkeit mit dem Kopf im Sand landen. Verdammt schmerzhaft, sandig und für alle Zuschauer verdammt lustig. Genauso lustig wie das Duschen danach. Erstaunlich wo man überall Sand findet! Zwinkernd

Der erste Teil der Reise war der Nordinsel gewidmet, wo ich wunderschöne Strände, viele grüne Hügel und Bäume, Bäume und Bäume gesehen habe. Außerdem wurde der Haka gelernt, den die All-Blacks vor jedem Spiel veranstalten und in einer grandiosen Aufführung zum Besten gegeben. Nach einigen (kurzen) Nächten in Wellington wurde dann die Fähre zur Südinsel genommen, die fast gar nicht geschaukelt hat...

Wenn man die Nordinsel landschaftlich schon toll fand, dann ist man von der Südinsel wahrscheinlich einfach nur überwältigt! Denn aus grünen Hügeln werden massive Berge. Alles ist noch beeindruckender, größer und einzigartiger - einfach ein Traum! Man muss es glaube ich selber gesehen habe, denn kein Foto und kein Video der Welt, vor allem jedoch kein Blogeintrag kann diese Aussichten beschreiben! Highlights waren auf jeden Fall der Franz-Josef Gletscher, mit einem sagenhaften Helikopterflug zum Gipfel und einer 2 stündigen Wanderung durch wunderschönes blaues Eis, bei Sonnenschein und Sommerwetter. Ein bisschen verrücktes Gefühl, aber zumindest ein Hauch von weißer Weihnacht! Der Heilkopterflug mit einem so grandiosen Blick war jedenfalls unglaublich!

Schwitzen im Eis!

Außerdem wurde gewandert. 7 Stunden lang, bei purem Sonnenschein. Bestiegen wurde der "Mount Doom" aus "Lord of the Rings" (Schicksalsberg), wo ich Frodo und seinen Ring gesucht, aber leider nicht gefunden habe. Anstrengend war es jedenfalls genug, ich frage mich, wie Frodo das barfuß durchgestanden hat! Aber was sind schon Wanderschuhe gegen seine behaarten Füße..?

Der Mount Doom - uuuh!    Ring vernichtet, Aussicht genossen!

Wo wir schon beim Thema "Lord of the Rings" sind: Die Dreharbeiten zum "Hobbit" sind im Moment im vollen Gange, bin an der Crew vorbei gefahren! Sehr lustig, wenn ich dann nächstes Jahr im Kino sitze, sehe ich vielleicht genau die gleichen Wolkenkombinationen auf der Leinwand, die ich selber auf meinem Film habe! ..Nur Hobbits habe ich leider keine gesehen..

Nächstes Highlight: Queenstown. Nicht groß, aber oho! Taufen wir es spontan zum Lloret von Neuseeland! Zwinkernd Weiter ging es in den absoluten Süden von Neuseeland: Stewart Island. Nur per Schiff zu erreichen, gibt es dort eigentlich gar nichts. Ein paar Häuser, ein paar Straßen, ansonsten absolut verlassen und Natur pur. Herrlich! Kein Handynetz, kein Internetempfang, außerhalb vom Dorf kein Anzeichen von Zivilisation. Nur die vielen süßen kleinen Pinguine, die man abends bei der Rückkehr vom Fressen beobachten konnte. Genau wie die Seerobben einfach nur goldig! Zwinkernd 

Kiwiiii:)

Dazu der wohl schönste und perfekteste Sonnenuntergang, den ich mir vorstellen kann - was will man mehr..?

Stewart Island, Sonnenuntergang und Pinguine!

Weitere Highlights: Winetasting, Beertasting (mit anschließend 30 Minuten selber Zapfen - das muss ausgenutzt werden!), Erdbeben in Wellington, sowie Übernachtungen auf absolut abgelegenen Plätzen, in denen es nur wenn man Glück hatte durchgehend Strom und warmes Wasser gab, dafür aber sehr viele Schafe und romantische Lagerfeuer, mit Marshmellows und Äpfeln mit Zimt und Zucker, die man am Stock darüber geröstet hat. Wenn das kein Weihnachtsgeschmack ist! Und verirren konnte man sich dort auch nicht...


Germany - This way!

Und was wäre Neuseeland schon ohne Schafe, überall wo man hinguckt? Auf jedem Hügel, hinter jedem Baum und besonders viele auf der Farm unserer Unterkunft.

Määäh - Ein ungewöhnliches Bild in Neuseeland!

Vier Wochen sind um, Neuseeland wurde entdeckt. So viele Erlebnisse und Erinnerungen, ich wusste gerade gar nicht wo ich anfangen soll. Man fühlt sich nach so viel Erlebten übrigens einfach nur erschöpft und müde, weshalb ich froh war, dass ich endlich wieder in Auckland angekommen bin, wo ich mich inzwischen richtig heimisch fühle. Endlich wieder vertraute Umgebung, statt ständig Neuem! Gestern ging es dann wieder zur Farm, das wohl absolute Gegenteil zu Auckland in den letzten Tagen: Während in der Großstadt jeder durch die Straßen gehetzt ist, auf der Suche nach den letzten Weihnachtsgeschenken, merkt man hier davon überhaupt nichts. Was daran liegen könnte, dass es weder Straßen, noch Geschäfte gibt. Geschweige denn Menschenmengen, oder sonst irgendwas, was mit Weihnachten zu tun hat. Sommer..!

Hier, wo die Zeit stehen geblieben ist, werde ich also Weihnachten verbringen. Mit einem Weihnachtsbaum, der gewisse Ähnlichkeit mit einer Palme hat, mit Sommerwetter und einem gemütlichen Grillabend als Weihnachtsessen. Heute, am 24.12. geht es hier abends los zum feiern, denn Weihnachten wird hier erst morgen gefeiert. Auf Grund der Zeitverschiebung, sollten wir aber ungefähr zur gleichen Zeit feiern. Zwinkernd

Anders wird es, soviel steht fest. Ich freue mich drauf, wird bestimmt ein Erlebnis! Besonders bei so einer netten Umgebung, mit so netten Leuten!

Am 26.12. werde ich früh morgens zurück nach Auckland fahren, zum International Airport, von wo es nach Sydney geht, um mit der lieben Caro, Nina und Annika New Year zu feiern. Wer Weihnachten in der Wildnis verbringt, muss an Silvester natürlich in die Metropole! Ich freue mich drauf! Lächelnd

Irgendwo im Nirgendwo

Ich wünsche euch jedenfalls allen wunderschöne Weihnachten, vielleicht ja überraschend doch noch mit etwas Schnee! Genießt die deutschen Traditionen für mich mit! Zwinkernd

Liebe Grüße aus dem sommerlich-weihnachtlichen Neuseeland,

Hohoho aus Neuseeland:)

Jannis Lächelnd 

Von Hobbits und Kühen...

Freitag, 21.10.2011

Keine Sorge, ich bin weder auf Hobbit-Größe geschrumpft, noch gebe ich plötzlich Milch! Vielmehr habe ich die letzten Tage bei Emma verbracht, Lehrerin an unserer Schule. Und die wohnt zufällig auf einer Kuhfarm abseits von jeglichem Internet (es gibt wirklich keine Möglichkeit dort einen Internetanschluss einzurichten!) und mitten in der Kulisse von „Herr der Ringe“. Soweit das Auge reicht, sieht man nur grüne Hügel und wunderschöne Landschaft. Genau hier war nämlich das Dorf von Frodo und Co – ich habe also in Hobbiton gewohnt! Was für ein Gefühl Zwinkernd

Und ich muss sagen, das Leben auf der Farm war verdammt cool! 600 Kühe leben hier, die natürlich zwei Mal am Tag gemolken werden wollen (oder teilweise dazu gezwungen werden). Ich sah mich schon auf einem Melkschemel, wurde dann aber leider enttäuscht: Auch hier, absolut abseits von jeglicher Zivilisation, ist inzwischen modernste Melktechnik angekommen. Ein riesiges Karussell mit 50 Melkmaschinen, schafft es alle Kühe in knapp 90 Minuten zu melken. Dafür laufen die Kühe der Reihe nach auf das Karussell, jede in eine kleine Box. Das Karussell dreht sich und man muss nur noch vier nuckelnde Metallzylinder an den mehr oder weniger prallgefüllten Euter hängen. Und so kam es, dass Jannis seine ersten 20 Kühe gemolken hat, die daraufhin zusammen mit mir glücklich ge“muuuh“t haben! Lächelnd

Gefahrenzone!                      Nuckelmaschine                     Glücklich gemuuuuht!

Wie man sieht, hat man beim „andocken“ der Nuckelmaschinen jegliche Ausgänge der Kuh direkt vor sich. Ich hab natürlich nachgefragt, ob man da nicht in irgendeinem Gefahrenbereich arbeitet. Mir wurde aber gesagt, dass das fast noch nie vorgekommen sei. Ich muss wirklich sehr sanfte Hände gehabt haben, denn direkt die erste Kuh hat sich dermaßen gefreut von mir gemolken zu werden, dass sie erst mal kräftig drauf los uriniert hat – das muss man einfach mal erlebt haben! Zwinkernd

Gott sei Dank ist alles auf Video festgehalten worden, werde es bei Gelegenheit mal hochladen Zwinkernd

Nach dieser sehr natürlichen Dusche und einer anschließenden richtigen Dusche ging es dann auf Farm-Erkundung. In einem sehr coolen Buggy! Und weil die Felder vom Bauernhof weiter gehen, als man überhaupt sehen oder fahren könnte, bot sich natürlich ein Rennen an. Und so saß ich in dem Buggy, Emma ist auf dem Motorrad gebrettert, die drei Farmhunde haben ihr bestes gegeben und die Farmkatze hat nach wenigen Metern aufgegeben und sich auf meinen Beifahrersitz gesellt. Und so sind wir über die Wiesen und Feldwege gerast, mit locker 50 km/h – und natürlich einem deutschen Sieg! Zwinkernd Ziel war ein sehr schöner Fluss, in dem ich aber lieber nicht baden möchte, wenn so viele Kühe ihre „Dusche“ dort verrichten können…  Mit imaginärem Führerschein ging es dann für mich aufs Motorrad. Aber als erfahrener Fahrradfahrer, kam ich natürlich auch mit dieser Kawasaki-Kraftmaschine bestens zurecht Zwinkernd War richtig cool! Vor allem die Hunde zu jagen, hatte einen gewissen Reiz! Leider passen weder Buggy noch Motorrad ins Handgepäck für den Flieger Stirnrunzelnd

Buggy-Rennen  Trekka faaahn!Brumm! Das macht Spaß!:)

Leider habe ich das nächste Melken um 5:30 Uhr am nächsten Morgen knapp um 5 Stunden verschlafen, so dass ich sehr gemütlich mit einem Blick aus dem Fenster mitten in die Filmkulisse von „Herr der Ringe“ aufgewacht bin – Paradiiiiiiies! Man wacht auf und sieht nichts außer grünen Hügeln! Kein Auto, keinen Menschen, keine Straße, kein Haus – herrlich! Ausflugsziel war später eine Hängebrücke, auf der man das große Verlangen hatte „ausversehen“ mal dem kleinen Wollknäul einen kleinen Schubs zu verpassen. Zwinkernd

Wat 'ne Aussicht! Upps - weg ist sie!  Soooo klein bin ich!

Außerdem ging es zu einem sehr abgelegenen Flüsschen, an dem glaube ich vorher fast noch nie ein Mensch war. Ich habe noch nie so eine Stille erlebt, wenn man draußen ist. Einfach nur beeindruckend!

Einfach nur STILLEEEE! A nice place to relax!

Auf dem Rückweg habe ich dann übrigens wieder Frieden geschlossen mit Ely der lieben! Hätte nicht gedacht, dass ich mich in den Tagen so sehr mit drei Hunden und einer Katze anfreunden kann! Zwinkernd

Jannis? Super bequemer Sessel!

Fahrtwiiiiiind!

Und was macht man am Abend, wenn man nach ein paar Bieren, ein paar Runden Pool und einem Steak aus dem Dorf-Pub kommt? Natürlich – man geht auf Opossum Jagd!

Bewaffnet mit einem halbautomatischen Scharfschützengewähr ging es also los, bei absoluter Dunkelheit. Nichts konnte man sehen, abgesehen von den Milliarden von Sternen über einem - was für ein Himmel! Manchmal verflucht man dann doch, dass in Deutschland in der Nacht alles leuchten und blinken muss… Mit der Taschenlampe wurden dann die Bäume abgesucht nach zwei leuchtenden Augen auf den Zweigen. Entsichert, gezielt, geschossen. Meistens versuchte das Opossum dann nach unten zu krabbeln und hing kopfüber von einem Ast. Ein zweites Mal zielen – Headshot. Counterstrike for real! Und so hat Jannis sein erstes Opossum geschossen. Sehen fast so süß aus wie Eichhörnchen, ist mir daher etwas schwer gefallen... 

Got it!

Aber bevor jetzt jemand denkt, wie brutal hier doch alle sind und wie ich denn sowas machen kann: Anders als in Deutschland, wo im Leipziger Zoo sogar Plüschtiere von dem schielenden Opossum verkauft wurden, sind sie hier eine absolute Plage! Die Neuseeländer bekommen Geld vom Staat, wenn sie welche erschießen, weil sie die ganzen einheimischen Bäume zerstören. Daher habe ich also nur mitgeholfen die Natur zu retten und die sich überproportional vermehrende Population zu regulieren Zwinkernd Bin ich jetzt ein abiotischer Faktor, oder wie war das noch..? Zwinkernd

Headshot!

Und wie beendet man normalerweise einen Tag auf einer so tollen Farm, in einer so wunderschönen Landschaft? Natürlich mit einem gemütlichen Beisammensein mit ein paar Kühen, mit denen man den wunderschönen Sonnenuntergang genießt. Wunderbar!

Muuuuuuuh!

Im Moment sitze ich im Bus und habe gerade Matamata verlassen, das nächstgrößere Dörfchen der Farm. Auf geht es nach Auckland, für ein Wochenende voller Rugby und Party! Hoffentlich wird am Sonntag die gewonnene Weltmeisterschaft im eigenen Land gefeiert! Auf jeden Fall sehr entspannt nach den Tagen ohne Internet im Bus zu sitzen und online gehen zu können – umsonst!

Links und rechts rauscht die wunderschöne Landschaft mit den grünen Hügeln am Fenster des Busses vorbei, gleich werde ich nur noch Beton und Hochhäuser sehen… Und heute Abend Wales – Australien, das Spiel um Platz 3, im Stadion von Auckland!

Wünsche allen, die fern in der Heimat zur Schule gehen (egal wie alt) einen schönen letzten Schultag und danach entspannte/aufregende/tolle Ferien! Lächelnd Ich genieße in der Zeit mein letztes Ferienwochenende, bevor es Dienstag zurück ins die Schule geht. Lächelnd

Frodo - here I come!

Liebe Grüße aus Hobbiton,

Jannis Lächelnd

Hogwarts, Dschungelkinder und jede Menge Unterricht...

Dienstag, 04.10.2011

Hallo seit genau 21 Jahren vereintes Deutschland!Lächelnd

Endlich ist es passiert, mein Brief aus Hogwarts ist angekommen! 

Leider nicht wirklich, aber das ist glaube ich der einfachste Weg, um mein Schulleben hier in Neuseeland zu beschreiben. Man stelle sich also eine idyllische Schule im schönsten Land der Welt vor, mit knapp 1.400 Schülern, 70 Lehrern und einem bekloppten Deutschen, der denkt, dass er in Hogwarts wäre. Zu Beginn jedes Schuljahres, das übrigens nach den langen Sommerferien beginnt, also im Januar, verteilt der sprechende Hut die neuen Schüler auf die 10 Häuser der Schule. Der sprechende Hut ist in diesem Fall der Schulleiter... 9 dieser Häuser sind so uncool wie Hufflepuff, die tollen Schüler kommen nämlich alle nach Rata, dem Haus der Schönen, Klugen und Gebildeten. Fragt mich nicht, wie ich es geschafft habe, dass meine Klasse genau in diesem Haus ist, jedenfalls sind wir mindestens so cool wie alle Gryffindors zusammen! Und das ist wirklich wahr, denn unsere Hausfarbe ist Schwarz und unser Haus-Slogan ist "Swift & Deadly" - das sagt ja wohl alles!Zwinkernd

Ihr fragt euch vielleicht, warum ich von "meiner" Klasse rede. Habe ja berichtet, dass ich die ersten Wochen an der Schule im Music-Department war, da es an der Schule weder Deutsch-, noch Französischklassen zum unterrichten gab, was mich ja etwas überrascht hat. Habe mich aber in dieser "Notlösung" super wohl gefühlt! Musikunterricht sieht hier allerdings etwas anders aus als in Deutschland. Die einzige richtige Musiklehrerin für 1.400 Schüler unterrichtet jede Klasse ganze 3 Musikstunden im Jahr! Wenn ich mich richtig erinnere hatten wir 3 Musikstunden in einer Woche! In dieser unglaublich langen Zeit die man als Musiklehrer hier zur Verfügung hat, werden kurz die Grundgriffe am Keyboard, der Ukulele, der Gitarre beigebracht (ziemlich cool!), Grundkenntnisse im Komponieren und Schneiden von Jingles à la Charlie Harper [die neuen Folgen "Two and a half men" sind übrigens viel besser als erwartet!Zwinkernd] vermittelt (mega cool!) und einige Fakten über Beethoven beigebracht (als Deutscher muss ich sagen: meeega cool!). Das war's. Musikalisch gebildete Kinder sind das Ergebnis. Alle, die sich mehr für Musik interessieren (was ja quasi gar nicht mehr möglich ist) können an der Schule Gesangs-, Klavier-, Schlagzeug-, Gitarren-, Geigen- und Flötenunterricht nehmen.

Keine Ahnung warum ich das jetzt alles erzählt habe, damit habe ich nämlich eigentlich gar nichts zu tun. Außer, dass man mit den von außerhalb kommenden Instrumenten Lehrern echt viel Spaß haben kann.Zwinkernd Mein Job sind die vier Bands, die unsere Schule hat. Um die kümmere ich mich mit Jess, die 21 ist und aus England kommt. Und das ist einfach nur mega cool!Lächelnd

Wir suchen zusammen mit den Schülern Songs aus, arrangieren sie zusammen, erarbeiten sie und verbringen die komplette Schulzeit damit, einfach nur tolle Musik zu machen. Ein Glück, dass die Bandmitglieder grundsätzlich aus dem Unterricht gehen dürfen wann sie wollen, denn auf Musik- und Sportausbildung wird hier mehr Wert gelegt als auf Mathe, Englisch oder nicht vorhandene Fremdsprachen. Zwei der Songs haben wir bis jetzt im riesigen Tonstudio der Stadt aufgenommen, unter anderem "Rolling in the deep". Vor allem der Gesang ist bei den Bands immer richtig gut, weil jede Band neben Frontsänger/in auch 3-4 Backgroundsänger hat, die teilweise unglaublich gute Harmonies machen. Außerdem haben wir unseren grandiosen Boys-Choir, mit dem wir schon auf Tour gehen und Geld verdienen (kein Witz!) und ein anderes Chorprojekt mit Band, mit dem wir vor allem unbekanntere Songs arrangieren, klingt richtig gut! Je nachdem was gerade fehlt in den Bands, spiele ich bei den Proben entweder Klavier, Bass oder Schlagzeug, was zu meiner neuen Leidenschaft geworden ist.Zwinkernd

Da ich mit dem Gedanken ins Flugzeug gestiegen bin, dass ich ein halbes Jahr keinen Ton am Klavier oder am Bass spielen würde, genieße ich die für mich sechsstündigen Bandproben jeden Tag immer wieder aufs Neue!

Wahrscheinlich würde ich das jetzt immer noch Tag für Tag, Woche für Woche machen, wenn nicht vor ein paar Wochen Emma, die nette Klassenlehrerin von Room 35 aus dem Rata-House gefragt hätte, ob ich nicht mal eine Stunde Französisch geben könnte. Und da ist es passiert - Liebe auf den ersten Blick. Die Klasse war so cool und motiviert, da konnte es einfach nicht bei nur einer Stunde bleiben! Daher  geht es seit dem regelmäßig in diese Klasse zum Unterrichten. Die erste Stunde hat mir so gut gefallen und es hat so gut geklappt, dass ich daraufhin entschieden habe, noch mehr Klassen einen ersten Eindruck einer Fremdsprache zu geben, damit sie früh genug wissen, worauf sie sich einlassen... Und so kam es, dass Jannis, der gerade erst nach fleißigem Lernen sein Abi gemacht hat und kurz darauf seinen Hogwarts-Brief bekommen hat, plötzlich seinen ersten Lehrerstundenplan in den Händen gehalten hat. 

Lehrerstundenplan deshalb, weil nur Klassen (hier heißen die Klassen übrigens Räume) statt Fächer draufstehen. Eigentlich wäre ja eine andere Eigenschaft, dass man viele Freistunden findet, die sind bei mir leider Fehlanzeige. Das schöne Musikerleben war also vorbei, Schluss war's mit den entspannten Tagen, in denen man nach Herzenslust jammen konnte. Seitdem hieß es mindestens 4 Klassen am Tag, jeweils die Hälfte eines Blocks (Ein Tag hat hier 3 Blocks à 90 Minuten). 

Da lese ich in Facebook also täglich, wie sich alle auf ihr Studium vorbereiten, beziehungsweise schon klagen, wie stressig es doch schon ist, beziehungsweise den halben Tag damit verbringen im Zug zu sitzen und neuseeländischen Wein zu schlürfen. Und völlig überraschend bin ich es, der als erstes Unterricht vorbereitet. Das Ziel meiner Träume ist erreicht!Brüllend

Erste Stunde in einer Klasse ist immer Zeit für meine "Google Earth"-Präsentation, in der wir von der Schule aus nach Deutschland fliegen, da viele gar nicht wissen, ob man Europa essen kann, oder ob es nicht vielleicht doch in Paris liegt. Dann wird entschieden, ob wir Deutsch oder Französisch lernen. Ist eigentlich immer recht ausgewogen. Die erste Stunde wird dann eine Begrüßungssituation durchgespielt. Zumindest am Ende der Stunde, zunächst schreibe ich natürlich die Übersetzung der Fragen an die Tafel (Whiteboards - kann man sich echt dran gewöhnen!) Ich weiß nicht, ob man es sich vorstellen kann, wenn man es nicht selber erlebt hat, aber es ist ein verdammt merkwürdiges Gefühl Deutsch zu denken, Englisch zu reden und Französisch zu unterrichten! Aber es ist verdammt cool!Lächelnd

Und nach einem kurzen Schmunzeln, weil ich daran denke, dass ich überhaupt nicht studiert habe, habe ich eine weitere Klasse auf meiner Seite, die voll in dem Glauben ist, dass ich ein zu respektierender Lehrer bin, der 4 Sprachen fließend spricht und sie unterrichten kann. Und ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, warum ich nach Deutschland zurück kommen sollte, um dort jahrelang zu studieren. Ich bleibe hier! Das, was man hier als Lehrer braucht, das bringe ich aus 12 Jahren harter deutscher Schule locker mit.

Da habe ich jetzt also Unterricht vorzubereiten und zu geben, habe einen Lehrerstundenplan, genieße die Pausen im Lehrerzimmer, in dem es grundsätzlich leckere Kekse und anderes Essen abzugreifen gibt, habe quasi eine eigene Klasse - was fehlt also noch zum richtigen Lehrer?

Richtig - eine Klassenfahrt!

Die stand vor einer Woche an. Neben "meiner" Klasse ist auch der "Parallel-Room" mitgefahren. Destination: Der neuseeländische Dschungel. Gefährlichkeitsgrad: Mindestens 1.000-mal schlimmer als der australische Dschungel (abgesehen von den 10 deutschen Irren, denen man da ein Mal im Jahr begegnet). Vor uns standen also 5 Tage voller Abenteuer, Action und Kinder im Dschungel aussetzen! 

Neben 5-stündigen Wanderungen durch den Dschungel, über Berge und durch Flüsse, mussten sich die Schüler beim Kajakfahren, an der Kletterwand, im Hochseilparcour, beim Mountainbiking, beim Orientierungslauf, beim Abseilen und beim Rafting beweisen. Natürlich stets unter Aufsicht eines ausgebildeten und erfahrenen Lehrers - da habe ich mich doch spontan mal angesprochen gefühlt! Habe also mit meinen 8 tapferen Mädels alles bewältigt und wurde als Dank mit kompletten Klamotten in den Fluss geworfen... Für alle die es noch nicht gemacht haben: Es ist unglaublich kalt in Jeans und T-Shirt im Wasser! Beim Lagerfeuer im Dschungel (gemacht ohne Streichholz oder Feuerzeug!) und anschließendem Marshmallows und Würstchen am Stock grillen habe ich ihnen aber wieder verziehen.Zwinkernd

...Und bei der Nachtwanderung im Dschungel habe ich mich mit der "Creepy German Voice" gerächt! Ich sag nur "Ich komm dich hooooolen!" - Ich hätte natürlich auch "Ich liebe dich" sagen können, die hätten so oder so geschrien.Zwinkernd

Rafting

Übrigens gab es hier auch eine fast so tolle Seilbahn wie im Hochseilgarten auf Korsika, für alle die schon mal dort waren! Nur vielleicht nicht ganz so lang. Aber die Erinnerung daran war toll!Zwinkernd 

 

Bloß die Kamera nicht fallen lassen!

Das absolute Highlight der ohnehin schon so gelungenen Woche war aber definitiv etwas, das man in Deutschland glaube ich definitiv als Lehrer so nicht erleben wird...

Eine Runde feinstes Paint-Ball gegen die Schüler!

Paint-Ball gegen die Schüler 

Kaum schmerzhaft, aber ein unglaubliches Gefühl mit einem Maschinengewähr auf seine Schüler zu zielen und einfach nur draufzuhalten! Da sind die schlechten Noten als Rache gar nicht mehr nötig! Das Ergebnis war, dass ich das komplette Wochenende einen etwas merkwürdigen Gang hatte, weil meine Oberschenkel doch an einigen Stellen etwas geschwollen waren von den Treffern. Nichts aber gegen die Schüler, die sogar geblutet haben (Gelb war mein Treffer, Rot war das Kiwi-Blut, dass ich verschuldet habe).

Schülerfuß nach deutschem Treffer

Was für eine super erste Klassenfahrt im noch so jungen Lehrerleben!Zwinkernd

Da ist heute also Nationalfeiertag und in der ganzen Schule interessiert es niemanden außer mich... Frei geben wollte mir auch niemand, unverschämt! Da kam es mir doch sehr gelegen, dass wir spontan mit dem ganzen Rata-House in Kino gegangen sind. In der Schulzeit! Und was wurde geguckt? Johnny English - Reborn!

Nachdem ich letzten Montag mit Marie, die mich besucht hat, in dem neuen Final Destination war, habe ich es sehr genossen endlich wieder einen richtigen Film zu gucken. Wobei Marie und ich glaube ich die ganze Woche nur davon geschwärmt haben wie toll der Film (und besonders der Rückweg) doch war, oder?Zwinkernd

Jetzt wird noch ein wenig Unterricht vorbereitet, damit ich den fleißigen Kiwi-Schülern diese Woche beibringen kann, warum denn heute deutscher Nationalfeiertag ist, warum sie davon bis jetzt noch nichts wussten und warum man durch ein ganzes Land eine Mauer baut!

Und am Ende der Woche gibt es Frühlingsferiiien!Lächelnd

Bis dahin wünsche ich allen einen schönen freien Tag, bei mir ist der Nationalfeiertag ja schon vorbei, habe hier aber versucht so viele davon zu begeistern wie möglich!Zwinkernd

Liebe Grüße und gute Nacht aus Neuseeland!

JannisLächelnd

 

 

 

 

Jaaa, er lebt noch...!

Freitag, 09.09.2011

Puh, da musste ich gerade erst mal die ganzen Spinnweben entfernen, bevor ich mich zum Blog durchschlagen konnte, so lange habe ich schon nichts mehr geschrieben!

Aber genau wie "TV Total" bin auch ich aus der Sommerpause zurück! Das kann ich nämlich seit zwei Tagen wieder wie gewohnt gemütlich in meinem Bett (mit beheizbarer Matratze, falls ihr das in der langen Zeit vergessen haben solltet) gucken und bekomme daher die wichtigsten Infos aus Deutschland exklusiv ans Ende der Welt geliefert! Grund genug auch euch endlich wieder auf den neusten Stand zu bringen!

Die Sommerpause ist hier eher zur Frühlingspause geworden, denn seit dem 1. September haben wir endlich Frühling! Wurde auch Zeit, nachdem ich mir ja hier im unglaublich strengen Winter zahlreiche Frostbeulen zugezogen habe... Ist natürlich Quatsch, das Wetter ist hier genauso konstant gut, warm und freundlich wie seit dem ersten Tag an dem ich hier bin. Der Winter kann einem richtig sympathisch sein, werde ihn fragen, ob er in Deutschland nicht auch mal sein freundliches Gesicht zeigen kann!

Damit sich beim Lesen meiner Erlebnisse der letzten 24 Tage (!) nicht auch irgendwann Spinnweben zwischen Bildschirm und euren dann inzwischen viereckigen Augen bilden, werde ich die Geschichten wohl besser aufteilenZwinkernd

Hier eine kleine spontane Inhaltsübersicht, wenn ein Thema besonders interessant klingt meldet euch, dann berichte ich darüber zuerst:

  • Jannis macht bei 25°C in der Sonne eine Schneeballschlacht
  • Jannis nimmt "Rolling in the deep" mit den Schülern im Tonstudio auf
  • Jannis guckt mit den Zwillingen "Mr. Popper's Penguins" (Kein eigenes Thema, aber ich wollte mal anmerken, dass ich absolut keine Ahnung habe, warum der hier erst jetzt in die Kinos gekommen ist...?)
  • Jannis spielt sein Lieblingslied vor über 5.000 Leuten
  • Jannis entert den Kunstraum
  • Jannis entert die Küche
  • Jannis entert den Klassenraum und spielt Lehrer
  • Jannis genießt eine Woche voller Sport
  • Jannis trifft Morgan Freeman (Er behauptet er wäre Neuseeländer und Lehrer an unserer Schule, aber ich bin mir sicher er ist es!)

Jannis spielt sein Lieblingslied vor über 5.000 Leuten

Nach wochenlanger akribischer Probenarbeit und Planung war es endlich so weit: Die Opening-Ceremony zu den Aims-Games 2011 stand vor der Tür! Aims-Games, das ist wie eine Olympiade für die Sportler unter den neuseeländischen Schülern. Einmal im Jahr kommen aus dem ganzen Land gut 5.000 Schüler in unsere Stadt, um hier in allen Sportarten um Gold, Silber und Bronze zu kämpfen. Vergesst den Rugby Worldcup, die Leichtathletik-WM oder die Ruder-WM, das Einzige was wirklich zählt ist der Medallienspiegel am Ende der Aims-Games. Welche Stadt und welche Schule hat die besten Sportler? Kann unsere Schule tatsächlich die Hauptstadt Wellington oder die Millionenstadt Auckland schlagen...? Zu den Aims-Games ein anderes Mal mehr. Was braucht eines der größten Sportevents weltweit natürlich? Eine pompööse Opening-Ceremony! Die gerade fertig gebaute TECT-Arena war dafür die perfekte Location.

TECT-Arena

Eigentlich wird die zwar erst in ein paar Wochen offiziell eingeweiht, aber unser Schulleiter hat scheinbar gute Kontakte. Jetzt hieß es planen, organisieren und planen. Schnell war der absolut perfekte Höhepunkt und Schlussact des Programms gefunden: Mein unangefochtenes Lieblingslied, von dem ich mir schon immer gewünscht habe, dass ich es einmal vor so vielen Menschen performen darf: Material Girl von Madonna!

Bei der Schoolproduction war das der Höhepunkt, deswegen mussten sie das jetzt erneut zum Besten geben. Und was soll ich sagen, die Inszenierung war gut! Wunderhübsche pinke Kleider für die Tänzerinnen und die Sängerin, eleganter Boys-Choir im Hintergrund und eine absolut professionelle Band! Was braucht natürlich der Pianist bei einem solchen Anlass? Einen Anzug... Was hat Jannis leider nicht in seinem ansonsten gut gepackten Rucksack für ein halbes Jahr Neuseeland? Einen Anzug... Hätte ich natürlich mit rechnen können, dass ich einen brauche. Bin ja auch nicht absolut spontan im Music-Department gelandet und hatte damit gerechnet ein halbes Jahr kein Klavier zu sehen, geschweige denn vor über 5.000 Leuten zu spielen. Zum Glück konnte ich mir Anzug und formschöne schwarze Lackschuhe von meiner Gastfamilie leihen.

So standen wir also (die Band übrigens mit auf die Kleider der Mädchen abgestimmten pinken Krawatten) auf der Bühne und haben aufgebaut und den Soundcheck gemacht. Und das Gefühl war einfach nur unglaublich. Als ich mir überlegt habe, dass zur Eröffnung in ein paar Wochen auf der gleichen Bühne vor ebenfalls ausverkaufter Halle Meat Loaf und Taylor Swift auftreten, fühlt man sich echt gut! Die beiden würde ich übrigens gerne zusammen auf der Bühne sehen, gibt bestimmt sowohl äußerlich, als auch musikalisch eine gewisse Mischung. Vielleicht nicht gerade passend - aber sehr interessant!

Unsere Vorband und der heilige Geist (links im Bild)  Unsere Vorband (die verdammt gut war!)

Neuseeländische Tanzeinlage

Nach einer wirklich richtig guten Vorband, einer Gänsehaut bringenden Nationalhymne von einer so großen Menschenmasse gesungen, vielen Reden von Sport- und Politikgrößen in Neuseeland und der ein oder anderen Kapa Haka Einlage (Das ist das, was die Allblacks (Neuseeländisches Nationalteam im Rugby) immer vor ihren Spielen machen) waren wir also dran. Super Auftritt, super Gefühl!

Material Girl in der Schlusspose

Habe die ganze Vorstellung gefilmt und fotografiert, musste bei unserem Auftritt die Kamera natürlich jemand anderem in die Hand drücken. Konnte daher nur ein Foto aus dem Video herausschneiden, deswegen das andere Format und keine Einzelfotos von unseren Material Girls und Boys. Schade, bei so einer schönen Krawatte...

Der Startschuss für die Spiele war gegeben, Auftritt vorbei, alles einpacken, rein in den Tourbus und auf in die nächste Arena auf unserer Welt-Tournee!

Schön wär's, haben uns glaube ich alle ein bisschen so gefühlt. Natürlich ging es stattdessen nach Hause, wo es leider keinen "Abrakebabra"-Döner gab, dafür aber wie immer richtig gutes Grillfleisch vom XXL-Grill, yummiii!

Und wie beendet man einen Tag in Neuseeland...?

Sonnenuntergang über der Kaka-Street

...Mit einem wunderschönen Sonnenuntergang über der Kaka-Street, der Blick aus meinem Fenster!

9.9.2011 - Heute geht es endich los! Der Rugby Worldcup 2011 in New Zealand! Lächelnd

Wünsche euch eine gute Nacht und vielen von euch einen guten, erfolgreichen und lehrreichen dritten Schultag, habt ja schon fast wieder Wochenende!Zwinkernd

Melde mich ganz bald wieder, bis dahin liebe Grüße aus Neuseeland!

JannisLächelnd

Schnee im Sommer...?!

Dienstag, 16.08.2011

... Und anstatt bei den Bildern vom Schneechaos in den Nachrichten gleichzeitig auch die Wahrscheinlichkeit auf weiße Weihnachten angegeben zu bekommen, sehe ich die ganze Zeit "August" eingeblendet - das ist ein verdammt komisches Gefühl!

Natürlich muss man dazu sagen, dass es auf den Bergen und in vielen Regionen Neuseelands nichts Gewöhnlicheres gibt, als Schnee im August. Nicht aber in den Massen und vor allem nicht hier wo ich lebe!

Eigentlich wollte ich à la Bild-Zeitung fett "Bin eingeschneit!!!" in die Überschrift schreiben, doch das wäre dann doch etwas zu übertrieben gewesen...

Denn ich muss ganz ehrlich zugeben, dass die vier Schneeflocken die vor unserem Haus gefallen sind, bereits einen Meter bevor sie brutal auf dem Boden aufschlagen konnten gemerkt haben, dass sie irgendwie falsch sind und daher zu einem feuchten Hauch von nichts mutiert sind... Brutal auf den Boden aufschlagen deshalb, weil dieser Boden laut Zeitzeugen vor Ort noch nie eine Schneeflocke gesehen hat. Es war hier nicht mal unter dem Gefrierpunkt. Als ich am Wochenende in Auckland war, hatte ich dort ziemlich genau das gleiche Wetter wie zuvor hier schon, also sonnig und soweit schön warm. Wie es daher passieren konnte, dass innerhalb von einem Tag sogar Schneeflocken gesichtet worden sind, ist mir sehr fragwürdig!

Die Leute hier beschweren sich unentwegt, dass es ja sooo ein schlimmes Wetter sei und es sooo unverschämt kalt sei. Wenn ich dann erzähle, dass diese Tage in Deutschland in die Geschichte als "Wunderschönster Winter" eingehen würden, werde ich nur komisch angeguckt. Die Sonne scheint hier unentwegt, es ist 5-10°C "kalt", die Luft ist richtig schön und Wind gibt es zum Glück nur selten. Wenn dann noch Schnee läge würde Deutschland sagen "Wooow, hammer Tag!", Neuseeland stöhnt...

Die einzigen die hier nicht stöhnen sind die Schüler - unglaublich! Deren "Winter"uniform besteht bei den Mädchen aus einem Rock, der kurz über den Knien aufhört. Dann hätten sie theoretisch Kniestrümpfe und äußerst modische Schuhe an. Aus irgendeinem Grund laufen die hier aber alle grundsätzlich barfuß und nur mit diesen Röcken rum. Bei dem Wetter, das wir bis zum Wochenende hatten war das zwar nicht gerade warm, aber in Ordnung. Jetzt ist es aber einfach nur noch krank! Also Mädels, nehmt Euch ein Beispiel und denkt beim nächsten "Och, meine Füßchen sind aber ganz schön kalt!" mal an die harten Kerle die hier in jedem Mädchen zu stecken scheinen!Zwinkernd

Zusammengefasst heißt das also: Neuseeland ist geschockt, solltet Ihr in den Nachrichten aber was von Schneechaos hören, die Fotos hier unten habe ich vor ein paar Stunden gemacht, wenn Ihr eine Schneeflocke findet, sagt bescheid, ansonsten verrate ich mal, dass es mir in der Jacke beim Fotos schon fast zu warm war - Entwarnung also für meine Stadt und Umgebung!Zunge raus

Zum Thema Fotos: Die Fotos im Blog sind extra klein, damit sie besser in den Text passen! Wenn man auf das Foto klickt, dann wird es groß und man kann zum Beispiel einen Ausblick beim Frühstück oder den Namen einer Dönerbude noch viel besser genießen! Durch Links- und Rechtsklick lässt sich auch nur die Fotoshow wiedergeben!Zwinkernd Viel Spaß dabei!

Hier zunächst ein paar Eindrücke aus Auckland, der größten, aber nicht der Hauptstadt Neuseelands! (Für alle die sich nur die bunten Bilder angucken und den letzten Abschnitt nicht gelesen haben: Auf die Fotos klicken zum vergrößern!)Zwinkernd

Auckland bei Tag Auckland bei Tag

Fotos vom Sky-Tower in Auckland - der höchste Turm der südlichen Erdhalbkugel!

Carglass repariert, Carglass tauscht aus!

Kurz bevor das Glas "Knacks!" gesagt hat...

Feuer-Hose

Kurz vor der Anprobe meiner neuen "Feuer-Hose" auf dem Sky-Tower.

Waren extra nachmittags nach oben gefahren (mit einem Aufzug bei dem der Boden aus Glas war, man also in den Aufzugsschacht gucken konnte, vermutlich für ängstliche Personen die in so engen Räumen nicht klar kommen und lieber nach unten gucken...), damit wir Auckland bei Tag, Auckland bei Sonnenuntergang und Auckland bei Nacht erleben konnten! Hat sich sehr gelohnt!

Auckland beim Sonnenuntergang   Auckland bei Nacht

Die Stadt gefällt mir jedenfalls sehr gut! Werde bestimmt nicht zum letzten Mal dort gewesen sein!

Der Schulbericht folgt dann beim nächsten Mal, auf Grund des Schneechaoses bin ich nicht dazu gekommen!Zunge raus

Schulhof beim Schnee-Chaos

Ich gebe zu, Schnee-Chaos ist das nicht gerade. Dieses Foto habe ich wie eben schon erwähnt vor ein paar stunden gemacht, als die Sonne fast untergegangen war - sehr schöne Atmosphäre auf dem Schulhof!

Der eigentliche Grund warum der Schulbericht noch etwas warten muss ist, dass ich immernoch vor der Einfahrt zur Schule stehe und nicht weiß, ob und wenn ja zu welcher der erlaubten Gruppen ich gehöre...

Begrüßung neben der Einfahrt zur Schule

...Vielleicht könnt Ihr mir ja helfen...?Zwinkernd

Mit diesem freundlichen Begrüßungsschild verabschiede ich mich aus dem angeblich so winterlich und schnee-chaotisch gewordenen Neuseeland - vorerst natürlich nur - in der Hoffnung, dass die Welt morgen schon wieder wärmer aussieht!

Schönen Tag an alle die zeitzonenmäßig etwas hinterher sind!Zwinkernd

JannisLächelnd

Home, sweet home...!

Freitag, 12.08.2011

... Und damit soll nicht gemeint sein, dass ich mich kurzfristig entschieden habe diesem wunderschönen Land den Rücken zu zeigen und mich auf mache gen winterlich sommerlichen Deutschland, sondern vielmehr, dass ich mich spätestens jetzt - nach genau zwei Wochen in diesem Haus - vollkommen eingelebt habe!

Während des Fluges und die ersten paar Tage hier, dachte ich immer noch "Och, nach zwei bis drei Wochen Urlaub geht es ja zurück nach Deutschland - so wie immer!" Denkste! Wäsche muss gewaschen werden, statt zurück in den Rucksack zu wandern um daheim gewaschen zu werden, das "Hotel" muss für mehr als zwei bis drei Wochen herhalten, Gedanken wie "Krass, das muss ich wenn ich zurück in Deutschland bin unbedingt allen erzählen" bringen nicht viel, weil ich mir solche Dinge vielleicht zwei Wochen, aber nicht ein halbes Jahr merken kann... Alles Gedanken an die man sich erst gewöhnen muss - aber mit denen man ohne Probleme klar kommen kann! Ich behaupte also, dass ich angekommen bin, mich eingelebt habe und Routine eingekehrt ist!

Grund genug ein paar Ereignisse der letzten Tage Revue passieren zu lassen und sie zusammen mit ein paar Fotos von meinem "Home, sweet home" zu veröffentlichen!

Den Start in den Tag verbringe ich jeden Morgen damit, mir yammi Müsli und yammi ein Sandwich zu machen. An alle Morgenmuffel: Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es sogar fast Spaß macht aufzustehen, wenn man beim Frühstück diesen Blick genießen kann...

Blick beim Frühstück

Blick beim Frühstück

Blick beim Frühstück

(Der längliche Wasserhahn ist übrigens für entchlortes Wasser zum Trinken. Nur für alle, die statt auf den Ausblick und die Natur auf den Wasserhahn guckenZwinkernd)

Nach diesem allmorgendlichen Blick in den Garten, den man sich wohl nicht viel schöner vorstellen kann, geht es dann auf zur Schule! Außer Dienstag, da hatte ich nämlich frei. Grund:

Learning Interviews

Man könnte meinen es geht darum, dass die Schüler lernen ein Interview zu führen, leider war am Dienstag einfach nur Elternsprechtag - Trotzdem eine interessante Übersetzung!

Was macht Jannis an seinem freien Tag natürlich...? Richtig, er testet die internationale und somit direkte Konkurrenz zu unserem Kino in Gronau!

Nachdem ich etwas verloren im allerletzten und größten Kinosaal angekommen war und 20 Minuten alleine (!) eine extrem nervig monotone Musik ertragen habe und überlegt habe, ob ich wohl wirklich eine Privatvorstellung bekomme (fast am Premierentag), kamen mit einem Schwung noch 30 andere Kinobesucher. Interessanterweise hatten die alle nur noch die Hälfte ihrer Eintrittskarte. Ich werde daher das merkwürdige Gefühl nicht los, dass ich weder Abriss- noch Einlasszeitpunkt mitbekommen habe...

Geguckt habe ich "The rise of the planet of the apes" - also "Planet der Affen 2". Er ist es auf jeden Fall wert geguckt zu werden! Vorzugsweise vielleicht in Englisch und in einem Kino mit so guter Technik wie hier, da hat man die süßen Gorillas sogar im Bauch brüllen gefühlt! Absolut top, auch wenn es nur salted Popcorn gibt, ich komme wieder! (Und bringe eine Popcornmaschine aus Gronau mit, damit ich bis zum eigentlich Einlass was zu tun habeZwinkernd)

Auf dem Weg zur Busstation habe ich dann endgültig meine Entscheidung getroffen, was ich später machen möchte. Wenn ich wieder in Gronau bin, werde ich nämlich in der Bahnhofsstraße eine Dönerbude eröffnen...

Wahrscheinlich denkt Ihr jetzt, dass ich sowieso keine Chance hätte, weil die Konkurrenz viel zu groß ist. Aber der Name meiner Dönerbude wird "Bahnhofsgrill" und "Joy" vor Neid erblassen lassen. Die erste und einzige Dönerbude, die ich hier bis jetzt gesehen habe, trägt den passensten Namen, den sich ein Dönerbudenbesitzer nur ausdenken kann:

AbraKEBABra - Bald auch in Gronau!

Ich bitte spontan um Applaus für den Schöpfer dieses Namens - ein Traum!

Habe in Deutschland sofort ein Patent dafür angemeldetZwinkernd

Eine andere Sache die ich in Deutschland erledigen muss, ist es Werbung für Rugby zu machen! Es ist einfach eine Schande, dass in 29 Tagen hier in Neuseeland die Rugby-WM steigt und ich als Deutscher niemanden habe, den ich anfeuern kann! Frankreich, Italien, wer ist das schon...? Nur die Deutschen haben scheinbar kein Team...

So wie die Kiwis ihre "All Blacks" aber beim Freundschaftsspiel gegen Australien (selbstverständlich haben wir haushoch gewonnen) schon angefeuert haben, wird das hier ein riiiiesen Event! Bin sehr gespannt und freue mich drauf! Wie wichtig Rugby hier ist, erzähle ich übrigens beim nächsten Mal, sowas sollte es in Deutschland mal für Fußball geben!

So, zurück in meinem "Home, sweet home": Hier ist ein kleiner Einblick in meine Bleibe:

Ich habe glaube ich etwas überrascht geguckt, als ich zum ersten Mal das Straßenschild gelesen habe, das ich aus meinem Zimmer noch so gerade eben sehen kann.

Kaka-Street

Ich würde gerne die Person kennenlernen, nach der diese Straße benannt wurde. Gab es einen berühmten "Herrn Dr. Kaka" oder eine "Frau Prof. Ursula Kaka" die ich nur nicht kenne...?

Übrigens kann man auf dem Bild vielleicht erkennen, was Winter in Neuseeland bedeutet. Scheinbar sagen sich einige Bäume hier "Och joaaa, man könnte ja mal die Blätter abwerfen...", andere sagen sich "...muss man aber natürlich auch nicht!"

   

Der vordere Teil vom Haus gehört momentan quasi mir, dort ist mein Reich.Zwinkernd

Blick aus meinem Zimmer

Der Blick aus meinem Zimmer - hinten links zu erahnen: Das schönste Straßenschild der Welt!

Mein Bettchen   Begehbarer Kleiderschrank   

Größte Couch der Welt

Mein stets ordentlich gemachtes Bett mit der Fernbedinung für die beheizbare Matratze, mein begehbarer Kleiderschrank inklusive "Bitte-komm-auch-wirklich-in-Tauranga-an-und-bleib-nicht-am-Flughafen-Singapur-hängen"-Backpack, sowie meine Couch, die so groß ist, dass ich mich manchmal einfach nur der Länge nach drauf fallen lasse - sehr entspannend!Zunge raus

Meine Türen

Ich weiß nicht, ob man es erkennt, aber genau wie die Couch sind auch meine Türen perfekt an meine Größe angepasst. Im Prinzip fasse ich bei jedem Türöffnen erst mal ins Leere, weil man die Türklinke "etwas" weiter oben erwartet...

I'm searching for a Türklinke

(Und jetzt erzählt mir nicht, dass die Tür ja sowieso schon offen ist... Das weiß ich selber!Zwinkernd)

Poser-Foto-Spiegel

Mein Badezimmer, inklusive ultimativem "Ich-kann-mit-dir-coole-Poserfotos-machen-Spiegel"!

Meine Handtuch-Kollektion

An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass in meinem Badezimmer bei meiner Ankunft drei perfekt aufeinander abgestimmte und sehr edel aussehende rote Handtücher hingen... Mittlerweile habe ich freie Auswahl an Handtüchern der Senf-Farb-Kollektion...

Wie ich allerdings in einem spannenden Selbstexperiment herausgefunden habe, trocknen die Okka- und Senfhandtücher mindestens genauso gut, wie die roten!

So, jetzt fragt Ihr euch bestimmt, was der Jannis wohl so macht, wenn er nicht gerade Dönerbuden, Straßenschilder, Badezimmer und Wasserhähne fotografiert, oder sich Affen im Kino statt in der Schule anguckt!

Die Antwort ist: Ich gucke "HOP - Der Osterhase" auf Englisch und/oder spiele das "Snakes and Ladders"-Spiel!

...Keine Sorge, ich bin nicht völlig durchgedreht, aber wenn die Zwillinge wieder sooo lieb fragen, kann man einfach nicht ablehnen! Im Prinzip rennen die beiden den ganzen Tag nur mit Alex und Martiii aus "Madagascar" und Pooo aus "Kung Fu Panda" herum und freuen sich schon unglaublich darauf, bald endlich die "Smurfs" zu sehen! (Die Schlümpfe)

Twin-Power!

Tearani & Maea

(Ich glaube sie waren etwas fertig nach der Schule... Haben noch ihre Schuluniform der Primaryschool an und sehen live einfach absolut identisch aus! Wenn die beiden aus der Dusche kommen, können selbst die Eltern sie nicht unterscheiden!)

Maea wird übrigens "Maja" ausgesprochen und Tearani kann ich nicht aussprechen.Verlegen Ich glaube deutsche Sprachwerkzeuge können sich nicht so schnell verformen um das auszusprechen, es heißt ungefähr "Tia(gerolltes "R")enii". Die Namen kommen übrigens aus der ursprünglichen Sprache Neuseelands -  Māori!

Dieses Wochenende geht es für mich jedenfalls nach Auckland, bin gespannt, was die größte Stadt Neuseelands so zu bieten hat!

Ich hoffe, dass Ihr einen kleinen Eindruck davon bekommen habt, wie ich hier wohne und was ich so außerhalb der Schule mache! Was ich in der Schule mache, erzähle ich dann bei nächsten Mal!Zwinkernd Ganz nach dem Motto: "...Aber das ist eine andere Geschichte!"

Und damit ein sonniges "Bis zum nächsten Blog!" ins hoffentlich genauso sonnige "Good old Germany!" - das einzig wahre "Home, sweet home!"

JannisLächelnd

Schule... Schule...?! Schule...!!

Dienstag, 02.08.2011

...Das waren ungefähr meine Gedanken, als ich heute zum ersten Mal zur Schule gegangen bin. Denn warum in Gottes Namen tue ich mir das nach nur so kurzer - dafür aber sehr intensiver und schöner - freien Zeit schon wieder an...? Und dann auch noch "ewrising in inglisch!"...

Der heutige Blog steht übrigens ganz unter dem Motto: "WäR,rÄchtsChrAibfehlÄrs, FindEnt,darFsIe,behaLtn!" - Das ich das ausgerechnet dank demjenigen sagen würde, der scheinbar noch nie etwas von Umlauten in der deutschen Sprache gehört hat wundert mich zwar, aber wie mir zu Ohren gekommen ist sattelt er gerade um ins Niederländische.Zwinkernd

Zur Schule ging es heute also - Tauranga Intermediate School. Exakt 4 Fußminuten von "meinem" Haus entfernt, also ein noch entspannterer Schulweg als zu Werner-von-Siemens Zeiten! Das bedeutet erst: "Och, kann ich ja länger schlafen" und dann: "Ohh, hurry up Jannis!"...

Gestern habe ich bereits erste Begegnungen mit Schülern gehabt, als ich einen sehr entspannten City-Tag eingelegt habe. Bin nämlich endlich an mein Bargeld bekommen (Grüße an die deutsche Bank), habe eine neuseeländische Handynummer bekommen (falls mir jemand gerne eine SMS schreiben möchte, bitte ab jetzt statt meiner normalen Nummer diese verwenden: 0064/221065253, ich freue mich!) und habe ein Doppelwhopper-Menü genossen, McDonalds und damit verbundener Burger der Woche (Ich vermisse den Burger mit Leberkäse und Kartoffelsalat) lag leider nicht auf meiner Route. Auf dem Rückweg mit dem Bus kamen mir also lots of Schüler entgegen, die alle sehr laut waren (erster Schultag nach den Ferien) und alle seeehr lustige Schuluniformen trugen. Leute, ich bin sooo froh, dass wir dem entgangen sind! Die Jungs vom Boys College tragen graue Uniformen, deren Hosen aussehen wie riesige graue Zelte! Und die Mädchen von "meiner" Schule haben Kleider/Röcke in rotem Schottenmuster - very nice!

Musste mir das Schmunzeln im Bus etwas verkneifen - was allerdings sowieso sofort verschwunden war, als ich gehört habe, wie die Schüler reden. Quasi gar nicht schnell und quasi without iiirgendeinem starken neuseeländischen Akzent. "Das wird 'ne Herausforderung" habe ich nur gedacht...

Für diejenigen die es nicht wissen, ich bin mit dem Glauben hierhin gekommen, dass ich in einigen Klassen als "language assistant" ein bisschen Deutsch rede, damit die Schüler und die Lehrer Kontakt zu einem Muttersprachler haben. Als ich am Freitag angekommen bin hieß es schon "Ohh, du sprichst auch Französisch? Dann kannst du ja auch in die Französischklassen mitgehen!" (Mein Franze-LK-Herz schlug natürlich sofort 10x so schnell wie sonst). Dann stellte sich allerdings heraus, dass es hier weder richtig ausgebildete Deutsch-, noch Französischlehrer gibt. Im Prinzip unterrichten die Klassenlehrer alles. Und da Deutsch und Französisch relativ schwer sind, lernen die Schüler (und die Lehrer) hier nicht viel mehr als "Hallo" und "Bonjour". Soviel also zum Thema "Jannis unterhält sich ein bisschen auf Deutsch und/oder Französisch mit Lehrern und/oder Schülern". Es lief also darauf hinaus, dass ich nach einer sehr netten Vorstellung meiner Person ("This is Jannis, he's from Germany and he will stay for this term.") vor rund 70 Lehrern und 1300 Schülern (per Durchsage, die ich bei uns ja sehr vermisse) im music-department gelandet bin. Und das ist allemal besser als Französisch! Habe also heute vier höchstmotivierten 8. Klassen versucht beizubringen wozu Jingles da sind (das Beispiel von Charlie Harper habe ich bewusst ausgelassen) und habe sie selber welche "komponieren" lassen. Das habe natürlich alles nicht wirklich ich gemacht, aber da die Musiklehrerin an der Schule gerade mal drei Akkorde auf der Gitarre beherrscht, nehme ich die Lehrer hier alle für nicht so voll wie die Lehrer an unserer Schule. Aber vielleicht könnt Ihr mir ja sagen, warum es hier Klassen gibt, in der jedes Kind ein MacBook hat...?! Und ansonsten steht in jeder Ecke eins rum, damit irgendwelche kleinen Kinder dort Jingles "komponieren" können. Warum haben wir bitte keine MacBooks gehabt...?! Damned...

Habe dann after lunch ein Mädchen betreut, dass gerne bei so etwas wie "New Zealand sucht den Superstar" mitmachen möchte. Habe also mit ihr ein Vorstellungsvideo gedreht (Gut, dass Onkel Jannis zufällig Laptop und Camcorder im Rucksack hatte) und es bearbeitet. Bin sehr gespannt, wie es weiter geht mit ihr!

Ansonsten gab es noch einen Feueralarm, weil Bauarbeiter die Dachpappe angezündet hatten. Scheint also so, als gäbe es auch down-under höchst talentierte Bauarbeiter, nicht nur in Gronau!Zwinkernd

Vorgestern war ich kurz am Strand von Tauranga und habe ein paar Fotos gemacht, hier ist ein kleiner Eindruck:

Strand von Tauranga Strand von Tauranga

Strand von Tauranga Strand von Tauranga Strand von Tauranga

Momentan liege ich wieder auf meinem Bett, genieße die beheizbare Matratze und bin gespannt auf den zweiten Schultag! Wundere mich wie die letzten zwei Abende auch schon darüber, wie schnell man sich daran gewöhnt Englisch zu reden und zu denken. Selbst die bescheuertsten Gedanken die einem kommen sind inzwischen Englisch. Änd I Sink Mai Änglisch Bicäim väri Gud! Werde mich beim nächsten Mal wieder mit ein paar Fotos und neuen Berichten melden! Jetzt hoffe ich erstmal, dass ich von dem leckeren BBQ vorhin träume!Lächelnd

Bis dahin wünsche ich Euch ein paar schöne und sommerliche Tage!

Best wishes und gute Nacht from New Zealand!

JannisLächelnd

I did it...!

Samstag, 30.07.2011

Ich bin da! Und das gilt sowohl für mich, als auch für diesen Blog, den ich mir soeben eingerichtet habe! Aus vertraulicher Quelle und über zehn Ecken weitergegeben habe ich erfahren, dass es ziemlich peinlich sein soll einen solchen Blog zu besitzen, jedoch niemanden zu haben der ihn liest oder ihn kommentiert.Zwinkernd Deswegen würde ich mich also sehr freuen Dich öfter auf dieser Seite zu sehen und hin und wieder etwas von Dir zu hören, oder besser gesagt zu lesen!Lächelnd

Zurück zum Thema:

Ich bin da!

Und das ging quasi totaaaal schnell...

Ein kleiner Rückblick:

Es ist Mittwoch, der 27.7.2011 um 23:50 Uhr auf dem Rollfeld vom Airport Frankfurt:

Jannis sitzt auf Platz 63K der Boeing 747-400 von Qantas, Flugnummer QF6 nach Sydney. Für den Anfang wäre es geschafft, nicht mal das Feuerzeug im Handgepäck ist aufgefallen - super Kontrolle, bravo deutsches Sicherheitssystem (später mehr dazu) - und Jannis legt vollstes Vertrauen in die Arbeit des Pilots diese riiiesige Maschine in die Luft zu bekommen. ...Und wieder runter bitte!

Kurz zum Flug

Mahlzeiten: Super! (Erwartungen 100x übertroffen, vielleicht weil das Chicken schon aus war!Zwinkernd)

Sitznachbarn: Mittelmäßig! (Ein italienisches Ehepaar, das zunächst nicht einsehen wollte, dass nicht der Mann den Fensterplatz 63K in Anspruch nehmen durfte, sondern ich und anschließend grundsätzlich bei jeder Durchsage bezüglich Umsteigen oder Ähnlichem am Schlafen war, ich also alles wiederholen durfte...)

Entertainmentprogramm: Super! (Rapunzel, Spongebob und die Simpsons haben die Zeit wie im Flug vergehen lassen! Haha, Wortwitz!Zwinkernd)

Schlaf: Super! (Dank besonders bequemen Qantas-Kissen und einer einmalig kuscheligen Qantas-Decke hat Jannis fast bis Singapur durchgeschlafen.)

In Singapur mussten wir also raus, es wurde getankt und sauber gemacht, trotz einer Stunde Aufenthalt hat es Jannis nicht geschafft ins Internet zu kommen. Stattdessen kamen freundliche Sicherheitsbeamte auf mich zu, denen der normale Sicherheitscheck bei mir wohl nicht genügt hat (ich wiederhole: am Flughafen Frankfurt war selbst mein Feuerzeug egal) um mich einem ausgiebigen Drogen- und Sprengstofftest zu unterziehen. Das Gefühl sich wie ein Terrorist zu fühlen (die Ähnlichkeit der Sicherheitsleute zur GSG-9 war verblüffend) muss man glaube ich am Besten selber erlebt haben...

Wieder rein ins gleiche Flugzeug, weiter nach Sydney. Zwei Stunden Aufenthalt (dank Verspätung nur noch eine Stunde) - versprochener "Free-Hot-Spot-Airport"...? Fehlanzeige! Dafür: Heeey! Sicherheitscheck Take 2!

Sehe ich wirklich so kriminell aus...?! Wieder das gleiche Spiel wie in Singapur, wieder geschockt, dass ein so offensichtlicher Terrorist wie ich mit seinem brutal aufgepimpten Feuerzeug im Rucksack in Frankfurt einfach so durchkam...

Weitergeflogen nach Auckland, neuseeländischer Boden! Und das ist etwas Besonderes! Denn in Neuseeland ist es im Prinzip egal ob man Waffen oder Bomben importiert. Viel wichtiger und gefährlicher sind Nahrungsmittel! Sowohl im Flugzeug, als auch bei der Passkontrolle am Boden musste ich dazu Formulare ausfüllen. Für die Sicherheitsfrau waren mein Pass und mein Visum Nebensache, sie ging lieber die komplette Nahrungsmittelliste nochmal mit mir durch (Ich hatte Kekse und sehr viel Schokolade dabei, war also zu der Zeit Neuseelands meist gesuchter Straftäter überhaupt). Am Gepäckband hingen dann an jeder Säule riesen Plakate, die mir wirklich das Fürchten gelehrt haben:

Ein krimineller T(err)ourist

Abgebildet ist eine Orange (seeehr gefährlich), es gab sie auch mit Bananen und Äpfeln, aber das wäre für die sampften Gemüter in Deutschland wahrscheinlich zu hart gewesen dachte ich mir.Zwinkernd Die anschließende Kontrolle, ob man auch wirklich nichts Essbares dabei hatte war übrigens der Wahnsinn! Da kann sich der Kontrollstaat Deutschland noch was bei abgucken! Kekse und Schokiii blieben Gott sei Dank unentdeckt - aber wohl nur weil ich einfach ein Meister-T(err)ourist bin!Zwinkernd

Nach Auckland ging es im Airbus A330-200, sowohl Flughäfen als auch Flugzeuge werden unmerklich kleiner... Bis jetzt!

Ein letztes Mal umsteigen, dann der Schock! Ursprünglich war für die letzten Kilometer bis nach Tauranga eine Beechcraft 1900D vorgesehen. Doch da diese einen technischen Defekt hatte mussten wir kurzfristig doch den Airbus A380 nehmen - ein Traum!

Mein Airbus A380

Einen Sicherheitscheck gab es für diesen Flug übrigens nicht (mein Glück) - dafür wurde das Flugzeug von einem etwas böse aussehenden Mann betankt (fast hätte ich Terrorist gesagt).

Fehlender Sicherheitscheck

Das Gepäck wurde übrigens von einem Turbanträger eingeladen (nichts gegen Turbanträger), aber der war leider schon weg als ich die Kamera gezückt hatte.

Da saß ich also im Airbus A380, der größen Passagiermaschine der Welt. Und ich war begeistert. Ich saß in der vorletzten Reihe, hatte also einen super Blick ins Cockpit!

Blick ins Cockpit von der vorletzten Reihe

Jeder Sitz hatte einen Notausgang (vielleicht erkennt man die vielen "Exit"-Schilder), weshalb ich echt "gerne" mal gesehen hätte, ob im Notfall wirklich die komplette Außenhülle vom A380 einfach ein einziger Notausgang wäre...?

Hier ein paar weitere Eindrücke vom Landeanflug auf Tauranga:

Landeanflug Tauranga Landeanflug Tauranga Landeanflug Tauranga Landeanflug Tauranga Landeanflug Tauranga

Abgeholt am riiiiesigen Flughafen von Tauranga (was ja selbstverständlich ist bei einer Maschine dieser Größe) wurde ich von meinen Gasteltern, die einen sehr netten Eindruck machen!

Den ersten vollen Tag hier habe ich sehr gut verbracht, Essen, Stadt, Familie und Haus sind super! Genau wie das Wetter, besonders wenn man bedenkt, dass im Moment tiefster Winter ist! Was ich so höre haben wir es hier sogar besser als in Deutschland...

Also, was ich die nächsten Tage, Wochen und Monate so erlebe werde ich versuchen hier in Kurzform festzuhalten, allein die Reise hierhin war schon ein tolles Erlebnis und ein paar mehr Sätze wert!Zwinkernd

Mache mich jetzt schonmal fertig für mein Doppelbett mit beheizbarer Matratze, nachdem ich gerade ein sehr spannendes Rugby Spiel der neuseelänischen Nationalmannschaft "All Blacks" geguckt habe, da mir der Jetleg doch etwas zu schaffen macht. (Hach, das wollte ich immer schonmal gesagt haben!Zwinkernd)

Ich wünsche allen einen schönen Tag und denen die sich nicht angesprochen fühlen und mir eine gute Nacht vom anderen Ende der Welt - an dem ich jetzt endlich angekommen bin!

Liebe Grüße,

JannisLächelnd